Heilpädagogische Ambulanz Berlin e.V.

Pädagogisch-therapeutische Angebote - für Klienten

Angebote für Klienten

Heilpädagogische Übungsbehandlungen

Heilpädagogische Übungsbehandlungen sind Angebote für Menschen mit stark ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten. Häufig steht der Umgang mit aggressiven Ausdrucksformen (selbst- und fremdverletzend), aber auch destruktives Verhalten im Vordergrund. Eine psychiatrische Diagnose kann oft nicht gestellt werden, weil das herausfordernde Verhalten zu unspezifisch ist bzw. die Verbalisierungsfähigkeit des Klienten so gering ist, dass daraus keine differenzialdiagnostischen Schlüsse gezogen werden können. Das Angebot ist beziehungs- und körperorientiert ausgerichtet. Je nach Schwere der Aggressionen bzw. der Problemstellung können die HpÜ mehrmals wöchentlich angeboten werden.

Modifizierte Psychotherapie

Modifizierte Psychotherapie für Menschen mit geistiger Behinderung ergänzt oder verbindet die Methoden der Psychotherapie und der Heilpädagogik. Sie wendet sich überwiegend an Menschen mit leichter geistiger Behinderung, die auf Grund ihrer geistigen Behinderung keinen Zugang zu ambulant niedergelassenen Psychologischen Psychotherapeuten finden. Sie ist beziehungsorientiert und konfrontiert den Klienten mit seinen Problemen bzw. den Problemen seines sozialen Umfelds mit ihm. Themen können auch die Reflexion der eigenen Behinderung und deren Folgen sein.

Suchttherapie

Für Menschen mit geistiger Behinderung und Suchtproblematik bietet die HpA modifizierte Suchtberatung und Suchttherapie im Einzel- und Gruppensetting an. Suchtgefährdete und abhängigkeitserkrankte Menschen mit geistiger Behinderung können auch spezifizierte aufsuchende Betreuung sowie unterstützende Angebote im Bereich Körperarbeit, Heilpädagogische Übungsbehandlungen, Kunst- und Musiktherapie erhalten. Für Träger der Behindertenhilfe halten wir eine fachliche Beratung im Umgang mit Patienten mit Suchtproblematik vor.

Systemische Therapie

Die Systemische Therapie betrachtet den einzelnen Menschen als Symptomträger in seiner jeweiligen Lebenswelt. Seine Auffälligkeiten stellen das Resultat der spezifischen Interaktions- und Beziehungsmuster vor Ort dar. Sie werden durch verfestigte, unbewusste Handlungsmuster weiter aufrecht erhalten. Vor diesem Hintergrund sind Veränderungen auch nur durch die Einbeziehung der beteiligten Personen möglich und können nicht vom Symptomträger alleine initiiert werden. Menschen mit geistiger Behinderung bewegen sich häufig in großen Hilfesystemen und zeigen mit ihren Auffälligkeiten Dysfunktionalitäten an.

Kunsttherapie

Über die bildnerischen Mittel wird der Mensch angeregt, sich auf dem Entwicklungsstand seiner Möglichkeiten auszudrücken. Obwohl die Arbeit prozessorientiert ist, spielt die Freude über das eigene Produkt und dessen Wertschätzung eine große Rolle für die Teilnehmer. Die bildnerische Arbeit trainiert Ausdauer, Feinmotorik und Konzentrationsfähigkeit, ebenso Wahrnehmungs- und Entscheidungsfähigkeit sowie Flexibilität. Wenn der Teilnehmer es vermag, gibt ihm die Gestaltung die Möglichkeit zum Ausdruck seiner Konflikte.

Musiktherapie

Der Einsatz von Musik im pädagogisch – therapeutischen Prozess fördert die Wahrnehmung des eigenen „Ich“, der eigenen Gefühle und das Miteinander mit Anderen. Beim Improvisieren mit Instrumenten oder der Stimme treten neue Erfahrungen auf, die das Selbstwertgefühl und die Wahrnehmung des Gegenübers stärken.
Gleichzeitig fordert das Spiel der Instrumente die Einhaltung einer Vielzahl von Regeln, deren Einübung lustvoll sein kann, ohne einen Widerstand hervorzurufen.
Musiktherapie ist besonders geeignet für Menschen, denen die Sprache als Ausdrucksmittel und zur Erfahrung der Welt nur eingeschränkt zur Verfügung steht oder fehlt.

Gruppe Körpererfahrung

In dieser Gruppe beginnen die Teilnehmer ihren Körper zu erfahren. Sie entwickeln Fähigkeiten, sich zu entspannen, um Erregungen abzubauen. Sie lernen, ihr Körperschema zu spüren und Gefühle, wie Aggressionen oder Angst wahrzunehmen ohne aggressiv zu sein. Sie entwickeln ihren körperlichen Ausdruck, finden Zugang zu ihren eigenen Gefühlen und differenzieren ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung. In der Gruppe erproben sie den adäquaten Umgang mit anderen Menschen und erleben ihr Erwachsensein als Mann oder Frau, aber auch als potenzielle Partner.

Gruppe „Partnerschaft und Sexualität“

Den Teilnehmern wird Wissen im Bereich Freundschaft, Partnerschaft, Liebe und Sexualität (Sexualaufklärung) vermittelt. Sie erhalten Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Identität sowie ihrer sexuellen Orientierung, auch im Hinblick auf Partnerwahl. Im Sinne von Prävention werden Strategien und Handlungsweisen vermittelt, die vor Missbrauch und Infektionen – z.B. mit HIV/Aids – schützen.

Gesprächsgruppe „Aggressivität und Sexualität“

Das Angebot wendet sich an Menschen insbesondere mit sexuellen oder / und aggressiven Verhaltensauffälligkeiten. Die Teilnehmer besuchen die Gruppe allein oder mit einem Betreuer aus der Wohngemeinschaft oder dem Heim bzw. ihrem BEW- Betreuer.
Die Gruppe richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, ihr Verhalten zu reflektieren. Grundsätzlich muss eine einfache Sprach- und kognitive Kompetenz vorhanden sein.
Die beiden Gruppenleiter arbeiten mit dem unmittelbaren Verhalten der Teilnehmer in der Gruppe. Die Konfrontation ist ein wesentliches Element, um nach alternativen Verhaltensalternativen zu suchen.